Ein rheingold Märchen

„Sie lehnen sich ja schön weit aus dem Fenster…“

…und hängen nur noch mit einem Finger dran“- so oder so ähnlich hat einer unserer ersten großen Auftraggeber auf unsere Hypothesen bei einem großen Forschungsprojekt reagiert. Aber trotz der durchaus deutlich geäußerten Skepsis konnten wir diesen Kunden von dem neuen morphologischen Untersuchungsansatz überzeugen. Und die Studie hat gezeigt, dass wir damit richtig lagen. Das war eine der „Initialzündungen“ für rheingold. So konnten wir richtig durchstarten und zum bekanntesten qualitativen, tiefenpsycholgischen Institut in Deutschland aufsteigen.

Aber wie begann eigentlich die Geschichte von rheingold? Gestartet und gegründet wurde rheingold als „Grünewald&Lönneker“ von den beiden Psychologen Stephan Grünewald und Jens Lönneker. Und alles begann mit einer „fiktiven“ Adresse – die aus einem Briefkasten und einem Telefon bestand - angegliedert an ein Architekturbüro. Grünewald und Lönneker hatten so einen entscheidenden Vorteil: Sie konnten den Empfang und das Sekretariat des Architekturbüros mit nutzen – also das Telefon wurde immer oder meistens beantwortet. Gearbeitet wurde aber von zu Hause. Und der Briefkasten sollte auch noch eine Rolle spielen. Und da eine der ersten Aufgaben natürlich die Akquise war und die beiden Herren auch nur wenig im Büro anwesend waren, hörten die ersten Kunden oft: „Die Herren sind außer Haus – rufen aber sofort zurück“ – diese Methode hatte sich zum Start bewährt.

Bis auf einen kleinen „Unfall“ in der Anfangszeit. Auf bis heute ungeklärte Weise löste sich die Briefkastenbeschriftung der beiden Herren – also des fiktiven Büros – und wichtige Kundenunterlagen konnten nicht zugestellt werden. Erst durch mehrmalige Anrufe des Kunden, der die Existenz des Büros ernsthaft in Frage stellte, wurden die beiden Herren auf diesen Umstand aufmerksam.

Das erste eigene Büro wurde dann nach der Akquisition der ersten beiden Projekte in der Kölner Ehrenstraße bezogen – „die Carnaby Street von Köln“, wie Stephan Grünewald diese Lage so gerne bezeichnet und er erinnert sich gerne an die damalige „High-Tech-Ausstattung – eine Schreibmaschine mit 16-Zeilen Anzeige. Ein Meilenstein der modernen Technik…

Danach bekamen die beiden Herren das Angebot der ifm Forschungsgruppe beizutreten. Nach einem „kleinen“ Richtungsstreit der Beiden mit dem ifm, löste man sich von dieser Forschungsgruppe und firmierte ab 1998 als rheingold. Und schon bald danach folgte der Umzug an den Kaiser-Wilhelm-Ring. Zunächst an der Hausnummer 32 – über einem Kino – genau wie vorher in der Ehrenstrasse. Und ganz wichtig für die beiden Gründer: man entdeckte, dass aus den oberen Stockwerken der Dom zu sehen war. „Sicher ein Zeichen“ wie Jens Lönneker bemerkt. Denn auch am jetzigen Standort, Kaiser-Wilhelm-Ring 46, kann man aus den oberen Stockwerken den Dom sehen.

Und was die Sache noch interessanter macht: Im aktuellen Haus saß vorher der Verfassungsschutz. „So haben wir die Verhörmethoden einfach noch ein wenig verfeinert“, wie Stephan Grünewald in Anspielung auf die qualitative Marktforschung anmerkt.

Aber wie kam es eigentlich zu diesem Namen - rheingold? Die Idee dazu entsprang diversen Gesprächen, in denen Heinz Grüne die Idee zu diesem Namen kam. Aber zunächst wurde diese Idee als Unsinn und sogar „Blödsinn“ abgetan und verschwand erstmal in der Versenkung.

Aber irgendwie ließ die Drei diese Idee des neuen Namens nicht mehr los. „Es arbeitet immer weiter in unseren Köpfen“, so Heinz Grüne. Das ging sogar so weit, dass Grünewald, Lönneker und Grüne einen Psychoanalytiker aufsuchten um zu eruieren, worin denn die Widerstände bei diesem neuen Namen lagen. Schließlich hat man sich zur Namensänderung durchgerungen und das Institut zum „rheingold Institut“ gemacht.

Und diese Namensänderung stellte sich als Glücksfall heraus – denn die Umsätze haben sich nach der „Umbenennung“ nahezu verdoppelt.

Und so wurde aus den mutigen und improvisierten Anfängen eine Erfolgsstory der qualitativen Marktforschung in Deutschland. Mit einer völlig neuen Methode, der Morphologie, die den Markt der qualitativen Marktforschung revolutionierte und viel tiefere Erkenntnisse über die „geheime Logik“ der Märkte liefert.

© 2015 rheingold