Kundenbindung neu denken

Kundenzufriedenheit sagt nicht notwendig etwas über Kundenbindung aus

Kundenbindung lässt sich ganz neu denken, wenn man die spezifische Art der Bindung versteht, die ein Kunde in einem Markt und zu einer Marke entwickelt. Psychologisch betrachtet lassen sich sechs Bindungskontinente unterscheiden, die das Kundenverhalten prototypisch bestimmen.

Jeder Mensch kennt aus seinem privaten Beziehungsleben den Umstand, dass eine gewisse Unzufriedenheit mit dem Partner die Bindung zu ihm stärken kann. Momente der tiefsten und innigsten Bindung erlebt man häufig nach einem Streit oder einer Phase schwelender Beziehungszweifel. Umgekehrt kann eine wohlige und sattsame Zufriedenheit mit dem Partner dazu führen, dass der Esel aufs Eis geht. Dann erwacht die Sehnsucht nach ganz neuen und anderen Bindungsabenteuern. Ebenso verhält es sich auch im Markt. Markentreue hat oft wenig mit der messbaren Zufriedenheit eines Kunden zu tun. Es genügt daher nicht, allein die Kundenzufriedenheit zu messen. Wichtig ist es, den Kunden in seinen seltsamen Sehnsüchten und inneren Widersprüchen zu verstehen.
Das Bindungs-Prinzip einer Marke
Mit jedem Markt sind spezifische Ansprüche der Kunden an Nähe, Betreuung, Information, Liebeswerbung, Aktivität, Intensität und Häufigkeit verbunden, denen man marktstrategisch gerecht werden sollte, um Kunden zu binden.
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