Die Psychologie des Monopols
Die Psychologie des Monopols
12.07.2005

Längst nicht jeder, der den Druck des Wettbewerbs auf die einst allmächtige Telekom mit Schadenfreude zur Kenntnis nimmt, ist auch ein wechselbereiter Kunde! Das oberflächliche Meinungsbild täuscht hier wie so oft.

Eine tiefenpsychologische Analyse von rheingold zeigt: Das Verhältnis zum bisherigen Monopolisten Telekom ist bei weitem nicht so einfach gestrickt, wie es sich mancher neue Anbieter wünscht. So paradox es auf den ersten Blick scheint, die bisherige Zwangsehe mit der Telekom hat aus Verbrauchersicht nicht nur ihre Schattenseiten gehabt. Die Deutschen stehen vielmehr in einem innigen Haß-Liebe-Verhältnis zum Ex-Monopolisten.

Monopole sind nicht nur lästige Einschränkung. Sie verkörpern auch Protektion und nehmen dem Verbraucher die Qual der Wahl ab. Die Telekom hat sich im Laufe der Partnerschaft bei den meisten ihrer Kunden als berechenbare Größe erwiesen - im Bereich der Festnetztelefonie eine unverzichtbare Primärtugend. Denn dieses Produkt-Wirkungsfeld hat aus Sicht der Kunden einen wenig handgreiflichen Charakter. Ein Produkt- und Markenbewußtsein muß hier erst geschaffen werden. Diese Aufgabe müssen die neuen Anbieter primär lösen, wenn sie langfristig ihr Marktpotential wirklich ausschöpfen wollen.

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