Die Rückkehr des Cord
Die Rückkehr des Cord
12.07.2005

Vor allem Männer tun sich schwer mit der Mode. Zum Teil boykottieren sie den Neukauf oder weichen auf das Feld der Casuals aus, da sie zu einem entschiedenen Modestatement oft nicht fähig sind.

In den letzten Jahren hat sich das Problem weiter verschärft, denn es gibt sie nicht mehr, die allgemeingültigen Bilder, die Regeln, wie man als Mann auftreten soll. Eindeutige Rollen und Pflichten, Klischees und Traditionen verschwimmen zunehmend, die Männer von heute befinden sich in einer Inszenierungskrise.

Männer suchen nach neuer Einfachheit!

In allen Lebensbereichen steht im Moment die Sehnsucht nach dem Unkomplizierten, nach Sicherheit, Überschaubarkeit und Berechenbarkeit im Vordergrund. Wie sonst lässt es sich erklären, dass Cordkleidung, einst Synonym der 70er, jetzt ein solches Revival erlebt? Cord ist altvertraut, erinnert an eine vergangene, geordnete Welt. Er ist weich, aber dennoch robust und vermittelt das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit, man wähnt sich zudem bei fast allen Gelegenheiten richtig gekleidet (Passe par Tout). Aktuell sind auf dem Mainstream Modemarkt nicht Vielfalt und ein Höchstmaß an Veränderung gefragt, sondern Orientierung und Berechenbarkeit. Insbesondere für den Handel ist es wichtig, sich zu beschränken und mit dem Warenportfolio ein klares Statement abzuliefern. Erfolgreich sind die Anbieter, die helfen, einen relativ kontinuierlichen und kalkulierbaren, ja einen eigenen Stil zu finden. Portfolio-Beschränkung und eine klare Mode-Programmatik sind die Erfolgsrezepte. Besonders in der Männer-Mode.

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