Die neu entdeckte Freiheit - Aral Mobilitätsstudie
Die neu entdeckte Freiheit - Aral Mobilitätsstudie
14.07.2005

Deutschland steckt im Stau. Rund 60 Millionen Fahrzeuge waren 2004 in der Bundesrepublik zugelassen. Experten gehen davon aus, dass es in Deutschland bereits in zehn Jahren einen Pkw pro Einwohner geben wird. Das hohe Verkehrsaufkommen führt dazu, dass sich auf den Straßen immer weniger bewegt. Wie gehen Autofahrer mit dieser Mobilitätseinschränkung um? Welche Fahr- und Erlebniswelten haben sich in einer Gesellschaft herausgebildet, die zunehmend im Stau steht? Und welche Bedeutung hat das Thema Fahrsicherheit?

Antworten auf diese Fragen gibt die aktuelle Aral Mobilitätsstudie des Instituts rheingold. Die Studie legt offen, dass die Menschen den Auto-Stau als Analogie zur gesellschaftlichen Entwicklung empfinden. Um sich Freiheiten zurück zu erobern, schaffen sie sich neue, individuelle Möglichkeiten – mit dem Auto als rollendem "Basislager".

In 80 tiefenpsychologischen Interviews hat das rheingold-Institut für qualitative Markt- und Medienanalysen Frauen und Männer zu ihren Erfahrungen, Wünschen und Ängsten in puncto Mobilität befragt. "Es gibt einen Drang zur Weiterentwicklung und Fortbewegung", erläutert die Leiterin der Studie, Claudia Ramrath. "Die meisten Menschen erleben jedoch im Straßenverkehr Stillstand, Zwang und Abhängigkeit." Um einen Ausweg aus dieser Situation zu finden, wird das Auto neu definiert. "Das Drumherum wird wichtiger, Fahren an sich rückt in den Hintergrund", so Ramrath.

Die Aral Mobilitätsstudie zeigt, dass es vier Bereiche gibt, in denen neue Freiheiten ausprobiert werden. Das Auto als Rüstung, das Auto als rollendes Zuhause und das Auto als emotionaler Fetisch. Der vierte Bereich kenn-zeichnet eine Gruppe, für die das Fahren auf der Straße Freiheit pur bedeu-tet: die Motorradfahrer. Motorräder stehen für Beweglichkeit und Fahrdy-namik und befreien den Fahrer psychisch vom Gefühl des Stillstands.

Besonderes Augenmerk hat die Studie auf die Fahranfänger und Senioren gelegt. Anders als allgemein vermutet empfinden die Greenhorns auf der Straße eine tiefe Unsicherheit. Rücksichtsloses Rasen ist eher ein Zeichen von so genannter kontraphobischer Angstbewältigung: Gefährliche Situationen werden aufgesucht, um sie zu überwinden.

Bei den Senioren sieht die Angstbewältigung konservativ aus: Sie meiden gezielt Situationen, die sie nicht einschätzen können oder die sie verunsichern, wie beispielsweise Nachtfahrten. Die jungen Alten gehen auf Nummern sicher, wollen Spaß haben und nachholen, worauf sie ein Arbeitsleben lang verzichtet haben. Auto und Reisen stehen auf einmal im Mittelpunkt des Lebens.

Laden Sie sich jetzt hier die komplette Aral Mobilitätsstudie 2005 als PDF herunter.

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