Manager auf der Couch
Manager auf der Couch
12.07.2005

Viele Karriere-Ratgeber führen in die Irre: Persönliche Eigenschaften und nicht standardisierte Karriere-Konzepte bestimmen das Berufsbild und die Karriere-Strategien von erfolgreichen Managern: Allen gemeinsam ist, mehr oder weniger ausgeprägt, der "Wille zur Macht". In dem berufstypischen Spannungsfeld zwischen Hingabe und Kontrolle, Macht und Ohnmacht setzen sie jedoch unterschiedliche Schwerpunkte: Die einen orientieren sich eher an Sachthemen, die anderen an Personen. Eine rheingold-Untersuchung im Auftrag der manager-lounge.com ergab vier verschiedene psychologische Profile, die das Berufsbild des Managers bestimmen.

Der "Stratege" verfolgt seine beruflichen Ziele wohlgeordnet und ehrgeizig, um sich auf dem "Schlachtfeld" des Karriere-Marktes kontrollierend und erobernd durchzusetzen. Er verlässt sich auf persönliche Netzwerke, auf Kollegen, Personalvermittler und Kongresse, die ihm einen großartigen Auftritt ermöglichen.

Das "Sonnenkind" unter den Managern fühlt sich einzigartig und auserwählt: Die Karriere hat sich "so ergeben", weil es persönlich überzeugt und geliebt wird. Es ist offen für die Glücksfälle des Lebens, trifft Entscheidungen oft aus dem Bauch heraus und wartet ohne eigene Anstrengungen darauf, was sich entwickelt. Wichtig sind Mentoren, die es fördern und qualifizierte Netzwerke - anonyme Stellenanzeigen sind ihm ein Gräuel.

Der "Selbst-Darsteller" setzt dagegen auf persönliche Entwicklung und einen ungewöhnlichen Karriere-Verlauf, der seine Fähigkeit dokumentiert, aus ungewöhnlichen Berufswegen einen prägnanten Charakterauftritt zu entwickeln. Enge Beziehungen und ein sehr individuelles Netzwerk, das auch der Persönlichkeitsentwicklung dient, dominiert die Karriereplanung - jede Form von Standardisierung und Schematisierung ist bei der Karriereplanung undenkbar.

Der bescheidene und bodenständige "Hoch-Arbeiter" orientiert sich an Sach- und Fachfragen: Die persönliche Leistung steht im Mittelpunkt, das eigene Können, aber auch die eigenen Grenzen. Konkrete Informationen zu Sachfragen, Weiterbildungen und der fachliche Austausch bestimmen die Wahl der Instrumentente bei der Karriereplanung: Netzwerke, bei denen nicht die Arbeit, sondern der persönliche Kontakt im Vordergrund steht, sind nicht seine Welt.

Stellenwechsel und Bewerbungen sind für alle Manager brisant: Sie wollen umworben werden - eigene Aktivitäten passen nicht zu ihrem Selbstverständnis. Die ungezwungene und entspannte Atmosphäre erlesener, institutionalisierter Netzwerke entspricht den unterschiedlichen Anforderungen als Bühne, als Kontakt- und Informationsbörse am besten: Die neuen Möglichkeiten exquisiter Internet-Foren bieten Managern sehr gute Möglichkeiten zur Pflege ihrer Karriere!

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