Messen psychologisch: Zusammenkommen u n d Auseinandersetzen
12.07.2005

Messen psychologisch: Zusammenkommen u n d AuseinandersetzenDie Frage nach der Rolle der Psychologie auf Messen führt eigentlich etwas irre. Die Frage könnte auch lauten: Was außer Psychologie spielt bei Messen eigentlich eine Rolle? Ohne Psychologie, besser gesagt das psychologische Element liefe bei Messen wenig!

Bei Messen geht es aus der psychologischen Perspektive gesehen stets um zweierlei: um das Zusammenkommen und das Auseinandersetzen. Diese beiden an sich widersprüchlichen Qualitäten müssen erläutert werden.
Unter Zusammenkommen verstehen wir den allgemeinen Wunsch aller Menschen, mit Gleichgesinnten und Gleichgestimmten zusammenzutreffen, sich auszutauschen, die Nähe dieser anderen zu erfahren. Auf Messen bezogen bedeutet dies, dass man z. B. sehen will, was es auf dem Fachgebiet alles (und/oder Neues) gibt usw. Menschen suchen andere Menschen, deren Nähe und Dunstkreis danach aus, ob es Gemeinsamkeiten, Entsprechungen, Ergänzungen zu den eigenen Neigungen und Vorlieben gibt. Dann fühlt man sich wohl, wird angeregt, erweitert seinen Horizont, schließt Bekanntschaften und Freundschaften. Messen bieten Ausstellern wie Besuchern (oftmals ist man ja auch beides in einer Person!) in dieser Hinsicht mannigfache Möglichkeiten und Entfaltungen.

Insbesondere in Zeiten der sogenannten Neuen Medien ist der physisch-sinnliche Kontakt miteinander ein wertvolles Gut geworden. Nicht nur, dass die neuen Medienformen die Messe nicht ersetzen können nein, sie machen sie eigentlich noch mal so wichtig und unverzichtbar. Messen profitieren von den Defiziten dieser unsinnlichen Medien weit mehr, als bislang angenommen!

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