Psychologische Ansätze zur Krisenkommunikation
Psychologische Ansätze zur Krisenkommunikation
12.07.2005

Unternehmens-Krisen haben eine Vorgeschichte
Krisen sind keine plötzlich und isoliert auftretenden Ereignisse, sondern symptomatischer Ausdruck eines latent schwelenden strukturellen Problems eines Unternehmens. Die fortgesetzte Ausblendung und ausgebliebene Auseinandersetzung mit diesem Problem bereitet den Boden für die Krise.
Sie ist die Zuspitzung eines bestehenden Problems.
Krisen sind somit die Folgen von Management-Fehlern und daher hausgemacht.Sie entspringen einem verkehrten Umgang mit den allgemeinen Verkehrungsmöglichkeiten bzw. Störfällen menschlicher Unternehmungen: Ein blinder Fleck, ein tabuisierter Bereich oder eine nicht gelittene Perspektive engen den Entwicklungs-Spielraum eines Unternehmens ein.
Krisen werden als Gefahr und Verhängnis erlebt. Problematische Reaktionsmuster und Abwehrmechanismen sollen sie um jeden Preis ungeschehen machen oder herunterkochen.
Diese Reaktionsmuster sind allerdings das eigentliche Verhängnis oder mentale Gefängnis, da sie die Handlungsfreiheit des Unternehmens dramatisch einschränken.
Jede Krise besitzt ungeahnte Tiefendimensionen
Unter der Oberfläche der expliziten Krise geht es immer um ein viel weitreichenderes und tieferes Problem. Dieses Problem bleibt aber häufig unbewusst. Es wird nicht wirklich wahrgenommen oder offen ausgesprochen. Es wird aber symbolisch in der Öffentlichkeit mitbewegt.

Man kann unterscheiden zwischen den expliziten Krisen-Symptomen bzw. dem Krisengerede und den Tiefendimensionen einer Krise bzw. dem eigentlichen Krisenkern.
Die Tiefendimensionen einer Krise bestimmen die Dramaturgie der Krise, das Involvement und die öffentliche Auseinandersetzung mit ihr.
Erst wenn man die Tiefendimensionen einer Krise kennt, kann man erfolgreiches Krisenmanagement betreiben!
Krisenmanagement ohne Tiefenkenntnis läuft Gefahr, fruchtlosen Aktivismus zu betreiben oder ungewollt die Krise zu verschärfen: Das Beispiel "BSE".

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