Corona-Quarantäne: Was hilft gegen Angst und Einsamkeit? (Stephan Grünewald, NDR)


Das Coronavirus Sars-CoV-2 zwingt immer mehr Menschen in Quarantäne – weil sie in einem Risikogebiet waren, Kontakt zu Infizierten hatten oder nachweislich an Covid-19 erkrankt sind. Für die Betroffenen und ihre Familien ist die Zeit der Isolation eine große Herausforderung. Doch Psychologen haben Tipps gegen die Folgen der Isolation wie Angst und Einsamkeit.

Warum Isolation belastend ist

Psychologen halten die Langeweile in der sozialen Isolation für eine besonders einschneidende Veränderung. Wenn Kino, Konzerte, Kneipe, Theater und andere Freizeitaktivitäten nicht mehr möglich sind, empfinden viele Menschen das als Bedrohung.

Tipps gegen die Langeweile

Experten empfehlen, in der Quarantäne so aktiv wie möglich zu sein. Wer zum Beispiel musiziert, singt, meditiert, liest, schreibt, bastelt, putzt, aufräumt, entrümpelt oder die Steuererklärung macht, fühlt sich in der Regel wohler.

Dabei ist es hilfreich, eine Liste mit den Dingen aufzuschreiben, die man erledigen möchte, und die geplanten Aktivitäten Tag für Tag abzuarbeiten.

Familien: Zeit allein verbringen

Familien und Paare stellt die gemeinsame Quarantäne vor besondere Herausforderungen: Wenn man viele Tage gemeinsam auf engem Raum verbringt, können Konflikte entstehen. Wichtig ist es daher, regelmäßig Zeit alleine zu verbringen, etwa bei einem Spaziergang oder beim Sport. Dagegen kann häufiges und langes Fernsehen oder Spielen am Computer sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen zu Unruhe, Aggression und Wutanfällen führen.

Alleinlebende: Kontakt zu Freunden und Familie halten

Insbesondere Alleinlebende sollten in der Quarantäne versuchen, mit kleinen Spaziergängen, Haushaltsarbeit und anderen Erledigungen möglichst viel vom Alltag aufrechtzuerhalten. Weil Gespräche wichtig für das psychische Wohlergehen sind, sollten Alleinlebende per Telefon oder Social Media den Kontakt zu Familie und Freunden suchen.

Bei Panikanfällen Arzt anrufen

Wie lange die Ausnahmesituation durch das Coronavirus dauert, kann derzeit niemand sagen. Das kann zu einem Gefühl der Ohnmacht und des Kontrollverlusts führen – bis hin zu Panikattacken. In diesem Fall sollte man telefonisch einen Arzt kontaktieren.

Quelle: NDR, Visite

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Stephan Grünewald

Stephan Grünewald


Der Psychologe Stephan Grünewald aus Köln ist Gründer des Markt- und Medienforschungsinstituts rheingold. Grünewald wurde u.a. mit den Büchern „Deutschland auf der Couch“ (2006) und „Die erschöpfte Gesellschaft“ (2013) sowie "Wie tickt Deutschland" (2019) Bestseller-Autor.

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