KölnGold – Stadtschätze

„KölnGold“ trägt Schätze aus 2000-jähriger Kölner Kunst, Kultur und Alltag zusammen. Dazu zeigt das im Wienand Verlag erschiene Buch 250 Gemälde, Skulpturen, Bauwerke, Handschriften und Alltagsgegenstände. Ausgewählt wurden die vorgestellten Werke vom Kunsthistoriker Matthias Hamann. Sie stehen unter Begriffen wie Offenheit, Stolz, Lebensfreude und Gelassenheit. Also typischen Beschreibungen des Kölschen Lebensgefühls, die in KölnGold von 18 Persönlichkeiten der heutigen Stadtgesellschaft kommentiert und eingeordnet werden. Dadurch entsteht zeitgeschichtliches und aktuellen Porträt der Rheinmetropole. Den „Stolz“ Kölns und seiner Bewohner und Bewohnerinnen hat Stephan Grünewald kommentiert.

Ein Auszug:

Kann eine Stadt wie Köln eigentlich stolz auf den Stolz sein? Stolz gilt zwar als Tugend, aber auch als Sünde. Mit Stolz verbindet man eine freudvolle Zufriedenheit, die der Gewissheit entspringt, etwas Herausragendes geleistet zu haben. Aber zwischen der Hochachtung des Eigenen und dem Hochmut liegt oft nur ein schmaler Grat. Für die römisch-katholische Kirche ist Stolz (lat. superbia) im Sinne von eitler
KölnGold 2021Überheblichkeit daher sogar die erste der sieben Todsünden. Denn die eigene Selbstgefälligkeit und Selbstbezüglichkeit gehen oft mit der Verachtung anderer einher – im Falle Kölns beispielsweise der Stadt Düsseldorf.
Selbstachtung ohne Fremdverachtung ist vielleicht der Königsweg zu einem ungetrübten himmlischen Stolz. In guten Zeiten kann Köln durchaus stolz auf seinen Stolz sein. Denn der Stolz der Kölner ist nicht einlinig, dumpf oder größenwahnsinnig, sondern mannigfaltig, kunst- und humorvoll. Die Erscheinungsformen des Kölner Stolzes zeigen sich primär nicht auf dem Hochaltar von Kultur, Wissenschaft, Sport, oder Technik, sondern im Karneval – genauer gesagt im Kölner Dreigestirn: Prinz, Bauer und Jungfrau verkörpern die drei Formen des Stolzes der Stadt Köln.
Der Prinz verweist auf die majestätische Seite des Stolzes, die das Herausragende feiert und bewundert. Der gotische Dom als eine der größten Kathedralen der Welt mit seinen beiden stolz in den Himmel emporragenden Türmen ist vielleicht das wichtigste Zeugnis der Geschichte, der Größe und der Besonderheit der Stadt. Der goldene Schrein der Heiligen drei Könige machte Köln bereits im Mittelalter zum europäischen Sehnsuchts- und Pilgerort. Noch heute ist es für das Selbstverständnis der Metropole Köln wichtig, als Millionenstadt gesehen zu werden. Als Stadt der Kunst und der Medien. Als Stadt, die ihre Symbole ins All schickt.
Aber Köln bezieht seinen Stolz nicht nur auf die sichtbaren Zeugnisse seiner Bedeutung, sondern auch auf seine Lebensart. »Köln ist ein Gefühl«, heißt es im Volksmund.
Der Bauer repräsentiert in seiner sinnesfrohen Deftig- und Bodenständigkeit diese gefühlige Seite der Stadt mit ihrer ebenso sinnlichen wie gemütlichen Lebensfreude. Köln ist daher stolz darauf, nicht nur Metropole, sondern auch Kaffeebud zu sein. Ein paradiesischer Versorgungsort, in dem das Kölsch nie versiegt, in dem es immer etwas zu essen gibt und unentwegt »verzällt« wird: »Blootwoosch, Kölsch un e lecker Mädche« markieren den alltäglichen Reichtum des kölschen Lebensgenusses. […]

Den vollständigen Beitrag und weitere können Sie in „KölnGold – Stadtschätze“ vom Wienand Verlag lesen.

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Stephan Grünewald

Stephan Grünewald


Der Psychologe Stephan Grünewald aus Köln ist Gründer des Markt- und Medienforschungsinstituts rheingold. Grünewald wurde u.a. mit den Büchern „Deutschland auf der Couch“ (2006) und „Die erschöpfte Gesellschaft“ (2013) sowie "Wie tickt Deutschland" (2019) Bestseller-Autor.

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E-Mail: gruenewald@rheingold-online.de

Die qualitative Marktforschung im rheingold institut basiert auf der Psychologischen Morphologie nach Wilhelm Salber.