Der Rückzug ins "Auenland"


Stephan Grünewald wurde am 19.06.2017 im Sender phoenix zugeschaltet. In der TV-Live-Schaltung äußert sich Stephan Grünewald zu der Thematik „Leben mit dem Terror“ und formuliert einige kontroverse Thesen zur gesellschaftlichen Entwicklung.

Unter anderem diskutiert Grünewald im Interview mit Sara Bildau die mentale Verarbeitung eines Terroranschlags innerhalb der Gesellschaft sowie den Medien und die anschließende Rückkehr in den normalen Alltag.

Insgesamt beobachtet Stephan Grünewald als Reaktion auf die zunehmende Verunsicherung durch Terror einen weitreichenden gesellschaftlichen Rückzug ins Private – ins heimelige „Auenland“, das ganz im Gegensatz zum weltpolitischen „Grauenland“ Schutz und Harmonie verspricht. Dies werde durch eine selektive Wahrnehmung erreicht, die unangenehme Dinge gerne ausblende.

Hier sieht er auch einen Grund für die Wut der Menschen auf die Medien, die sich häufig in sozialen Netzwerken entlade. Als Überbringer schlechter Nachrichten würden die Medien als Eindringlinge ins „Auenland“ empfunden, als Zerstörer der heilen Welt.

Quelle: Phoenix
Autor/-in: Sara Bildau
Datum: Montag, 19. Juni 2017

Der rheingold Experte

Stephan Grünewald


Der Psychologe und Psychoanalytiker Stephan Grünewald (57) aus Köln ist Gründer des Markt- und Medienforschungsinstituts rheingold. Er führt Marktforschung für Marken und Konzerne mittels 7.000 Tiefeninterviews im Jahr durch, gilt als Shootingstar der Branche. Grünewald wurde u.a. mit den Büchern „Deutschland auf der Couch“ (2006) und „Die erschöpfte Gesellschaft“ (2013) Bestseller-Autor.

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