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Guten Tag, Abonnent,

anbei unsere Pressemitteilung (SPERRFRIST: 22.5. 2025// 11:00 Uhr) zur
Studie des rheingold Instituts im Auftrag der Identity Foundation 2025.


Angst vor sozialer Entzweiung - Verbundenheit in Deutschland in der Krise
Zwischen Erosion und steigender Sehnsucht: Tiefenpsychologische und bevölkerungsrepräsentative rheingold Studie zum Zustand der gesellschaftlichen Zusammengehörigkeit in Deutschland.

Düsseldorf/Köln, 22. Mai 2025 - Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist bedroht, immer mehr Menschen in Deutschland erleben einen Verlust von Verbundenheit – mit der Gesellschaft, der Politik und Menschen außerhalb des eigenen Nahbereichs.
  • 87 %* nehmen eine wachsende Trennung und Vereinzelung in der Gesellschaft wahr, die sie besorgt. (2023 haben dieser Aussage nur 83 % der Menschen zugestimmt.)
  • Ganze 89 % stimmen zu, dass unsere Gesellschaft gespalten und ein gemeinsames „Wir-Gefühl“ verloren gegangen ist.
  • Und nur noch 9 % * der Menschen glauben, dass sich das Gemeinschaftsgefühl in den nächsten zehn Jahren verbessern wird. (Im Jahr 2023 waren das noch 17 %).
Sehnsucht nach verbindendem Miteinander
Der Krise der Verbundenheit und den damit oft einhergehenden Verlorenheitsgefühlen zum Trotz gibt es eine starke Sehnsucht nach einem verbindenden Miteinander.
  • 95 % der Befragten stimmen zu, dass wir angesichts der weltpolitischen Lage wieder mehr Zusammenhalt in Deutschland brauchen.
  • 77 % geben an, sich mehr echte Gemeinschaftserlebnisse zu wünschen – auch mit Menschen, die anders denken als sie.
Das sind zentrale Erkenntnisse der Studie zur „Verbundenheit“, die das auf tiefenpsychologische Forschung spezialisierte rheingold Institut 2025 im Auftrag der Düsseldorfer Stiftung für Philosophie, Identity Foundation, durchgeführt hat. Für die Untersuchung zur Verbundenheit in Deutschland wurden 32 zweistündige Interviews geführt und 1.001 Menschen in einer Online-Befragung bevölkerungsrepräsentativ befragt.

Soziales Misstrauen, stille Entfremdung
Die Studie zeigt ein brüchiges Bild des gesellschaftlichen Zusammenhalts in Deutschland. Das Land durchlebt eine „einen erschreckenden Mangel der Verbundenheit“, konstatiert Paul Kohtes, Vorsitzender der Stiftung. Soziales Misstrauen, stille Entfremdung und mangelnde Zuversicht prägen das Erleben.

Alarmierend ist auch der Vertrauensverlust in die Politik und die öffentlich-rechtlichen Medien, die ja eine gemeinsame Perspektive schaffen sollen. Nur noch 47 % der Bevölkerung geben an, dass sie Vertrauen in die Anbieter öffentlich-rechtlicher Nachrichten haben. Und nur ein Drittel der Menschen (34 %) vertrauen noch den demokratischen Institutionen.

Rückzug aus beunruhigender Außenwelt
Die Gründe für diese Krise der Verbundenheit ergeben sich vor allem aus einer gewachsenen Selbstbezüglichkeit. Angesichts der Vielzahl der derzeitigen Krisen ziehen sich viele Menschen in kleine Kreise zurück und versuchen, sich von der beunruhigenden Außenwelt abzuschotten. Über alle Altersgruppen hinweg wird ein zunehmendes Gefühl von Unsicherheit beschrieben, sowohl im öffentlichen Raum wie auch in politischen und sozialen Fragen. Nur 28 % der Menschen fühlen sich derzeit im öffentlichen Raum sicher.

Problem für die Demokratie
Auch im Digitalen kommt es zu sozialen Bollwerken: die Gemeinschaften werden immer hermetischer und bilden eine Wagenburg-Mentalität aus. Menschen aus dem sozialen Umfeld, die anstrengend oder anderer Meinung sind, werden oft aussortiert und gemieden.

84 % der Befragten stimmen zu, dass Menschen mit unterschiedlichen Meinungen kaum noch aufeinander zugehen. „Für eine Demokratie, die auf der Fähigkeit zum Gespräch und zum Perspektivwechsel baut, ist diese Entwicklung besorgniserregend“, warnt der Psychologe Stephan Grünewald, Gründer des rheingold Instituts.
Kehrseite der mangelnden Offenheit und Gesprächsbereitschaft ist eine wachsende aggressive Gespanntheit.

89 % (2023: 84 %) empfinden das Miteinander in der Gesellschaft als aggressiv, die Spannungen entladen sich in den Augen der Menschen immer öfter in verbalen Angriffen.

Manifestationen von Verbundenheit im Alltag
Trotz solcher krisenhaften Erkenntnisse gibt es zahlreiche Manifestationen von Verbundenheit im Alltag. Ein starkes Verbundenheits-/ Gemeinschaftsgefühl erleben 85 % mit der Familie und 83 % mit dem eigenen Freundeskreis. 67 % der Befragten erleben ein starkes Verbundenheitsgefühl mit der Natur und dem Planeten. Menschen beschreiben in den Tiefeninterviews, wie sie sich durch gemeinsames Engagement verbunden fühlen – beispielsweise in der Nachbarschaft, in Vereinen oder politischen Initiativen.

Die Sehnsucht nach Verbundenheit wird jedoch in den Augen der Menschen kaum gesellschaftlich kanalisiert. Derzeit stimmen nur 24 % zu, dass die Gesellschaft in Deutschland in Zukunft wieder mehr zusammenwächst. „Mangelnde Verbundenheit kann auf Dauer unsere freiheitliche Demokratie gefährden“, sagt Stephan Grünewald. So ein soziales Misstrauen mache die Menschen anfällig für „totemistisches Stammesdenken“ wie es zurzeit in den USA zu beobachten sei.

Doch führe dieser Weg zunehmend in destruktiv-abschottende Strukturen, die dem Entstehen umfassenderer und in der Breite integrierender Verbundenheiten entgegenstehen. Die globalen Krisen wirkten dabei wie Brandbeschleuniger, so der Psychologe. Politik und Gesellschaft stünden vor der Frage, ob und wie sich dieser Erosion gesellschaftlicher Verbundenheit Einhalt gebieten lässt und ob es Möglichkeiten einer Transformation gibt.

Stichprobe und Methode:
Die Verbundenheitsstudie wurde vom rheingold Institut im Januar 2025 im Auftrag der Identity Foundation durchgeführt. Ziel war es, Verbundenheit in ihrer privaten, gesellschaftlichen und politischen Dimension zu untersuchen: Wo erleben Menschen in Deutschland heute noch Verbundenheit – und wo nicht mehr? Wie entsteht Verbundenheit, wie fühlt sie sich an, welche Bedingungen begünstigen oder verhindern sie?

Qualitativer Teil: 32 zweistündige Tiefeninterviews mit Personen zwischen 18 und 65 Jahren aus ganz Deutschland. Auswahl nach Alter, Geschlecht, Bildung, regionaler Herkunft und politischer Orientierung.
Quantitativer Teil: Online-Befragung von 1.001 repräsentativ ausgewählten Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren mit Wohnsitz in Deutschland. Die Stichprobe wurde nach Alter, Geschlecht, Bundesland und politischer Einstellung quotiert.
Die quantitative Erhebung basiert auf einem Fragebogen, der auf Basis der psychologischen Tiefeninterviews entwickelt wurde.
Der Fragebogen wurde im März 2025 beantwortet.

Die Vergleichswerte aus dem Jahr 2023 beziehen sich auf die Zuversicht-Studie, die ebenfalls vom rheingold Institut für die Identity Foundation durchgeführt wurde. Durch die gleiche Grundgesamtheit konnten die Vergleichbarkeit sichergestellt und Zeitvergleiche ermöglicht werden, indem ein Teil der Fragen vom rheingold Institut erneut erhoben wurde.

*Top 2 Wert = „Stimme voll und ganz zu“ und „Stimme eher zu“

Über die Identity Foundation:
Die Identity Foundation ist eine gemeinnützige Stiftung für Philosophie und realisiert Projekte zu Fragen der Identität. Bisherige Forschungsthemen waren unter anderem Zukunft, die Entwicklung von Eliten, das Selbstverständnis der Deutschen und Aspekte der persönlichen und spirituellen Entfaltung des Menschseins. Seit 2014 ist die Stiftung Kooperationspartner der phil.cologne, dem jährlichen größten deutschen Philosophie-Festival.
Kontakt: Telefon +49 6192 2068 258
nadja.rosmann@identity-foundation.de
www.identity-foundation.de

Über das rheingold Institut für qualitative Markt- und Medienforschung:
rheingold zählt zu den renommiertesten Adressen der qualitativ-psychologischen Wirkungsforschung. Das Institut hat sich mit seinen rund 50 festen Mitarbeitern und 140 freien Auftragnehmern – überwiegend Diplom-Psychologen – auf tiefenpsychologische Marktforschung spezialisiert. Jahr für Jahr liegen bei rheingold rund 5.000 Frauen und Männer „auf der Couch“. Dabei analysieren die Wissenschaftler auch die unbewussten seelischen Einflussfaktoren und Sinnzusammenhänge, die das Handeln eines jeden Menschen mitbestimmen.
Wenn Sie Interview-Wünsche haben, setzen Sie sich gerne mit uns in Verbindung. Eine Langfassung der Ergebnisse finden Sie hier.

Herzliche Grüße aus Köln,
Ihr rheingold-Team

rheingold GmbH & Co. KG
Hohenzollernring 103
50672 Köln
Phone +49 221 912777- 44
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https://www.rheingold-marktforschung.de
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