Eine qualitative Forschungserhebung des rheingold instituts in Kooperation mit OutDoor by ISPO


Methodik

Psychologen des Kölner rheingold instituts haben im Auftrag der OutDoor by ISPO mit tiefenpsychologischen Interviews und Analysen den seelischen Kern von Outdoor untersucht.

Zentrale Erkenntnisse

Gerade in unserer überreizten und überregulierten Gesellschaft bietet das Outdoor-Erlebnis für Menschen einen temporären Exit in eine ursprüngliche Welt, in der sie die Erhabenheit der Natur ohne digitalen Filter erleben.

Outdoor liegt eine Sehnsucht nach der Rückkehr zu unseren steinzeitlichen Wurzeln zugrunde. Die körperliche Herausforderung im Zusammenspiel mit der Hingabe an die gewaltige Natur haben eine heilsame und sinnstiftende Wirkung und ähnelt religiösen Zügen.

Das Outdoor-Erlebnis entsteht nicht punktuell, sondern durch einen Prozess aus diesen drei psychologisch untrennbaren Phasen:

  • Heraus-Forderung: Raus aus der Geborgenheit in die Natur, sich bewähren, neue Wege entdecken und wie durch Stoßlüften zu einer psychischen Öffnung gelangen. Dafür sucht man das Risiko und Neue.
  • Bewährung und Belohnung: Flow, aber auch Müdigkeit, Schmerzen und Gefahren, die bewältigt werden wollen. Ein Lagerfeuer und ein zünftiges Abendessen belohnen für die überstandene Anstrengung.
  • Gestärkte Rückkehr: Jede Etappe ist eine kleine Heldenreise, doch erst die ganze Tour immunisiert. Der Rückkehrer ist verwandelt, achtsamer und mit spannenden Storys im Gepäck.

Outdoor-Motive

Es wurden vier grundsätzliche Motive gefunden, die auf einer Matrix die Einordnung von Outdoor-Verfassungen, aber auch Marken und Sportarten ermöglicht.

Demütiges Eingliedern und Verbinden

vs.

Kämpferisches (heroisches) Bewältigen
  • In der Natur aufgehen und demütig die Weite und Ursprünglichkeit genießen. Man möchte eins mit der Umgebung werden und sucht seinen spirituellen Flow.
  • Den Elementen begegnen, sie zähmen und bewältigen.
  • Ein heroisches Gefühl ans Limit zu gehen und sich als ‚Survivor‘ zu fühlen
Natürliche Ursprünglichkeit (Wildnis)

vs.

Zivilisierte Absicherung (kultivierte Natur/ urbaner Raum)
  • Sehnsucht nach Ursprünglichkeit und Wildnis, fernab der zivilisierteren  und sicherheitsgebenden Kultur
  • Mehr Risiko und Kontrollverlust erwünscht
  • Höheres Level an Absicherung und Schutz
  • Man braucht einen kultivierten und sicheren Rahmen, der einen vor          lebensgefährlichen Risiken schützt
  • Weniger Ausrüstung, Aufwand und Fähigkeiten notwendig

 

Die Kombination dieser Motivations-Dimensionen ergeben vier Verfassungs-Cluster:

Mit Verständnis dieser Matrix und des psychologischen Outdoor-Prozesses können Händler und Marken ganz neue Bereiche als Outdoor-Erlebnis inszenieren und ihr Profil im Hinblick auf Kunden-Bedürfnisse und –Verfassungen schärfen. Neue Kundengruppen sind besonders im Bereich „Urban warrior“ und „eingerahmter Eskapismus“ anzusprechen.

Der rheingold Experte

Marcel Beaufils


Marcel Beaufils ist Wirtschaftspsychologe und arbeitet für rheingold als Projektleiter. Vor seiner Tätigkeit bei rheingold hat er in einer Sportmarketing-Agentur gearbeitet und konnte daher interessante Parallelen zwischen der Sportwelt und Psychologie knüpfen.

Tel.: +49 221-912 777-946
E-Mail: beaufils@rheingold-online.de