Studie erforscht "Melancovid": Wie Corona und Ukraine die Psyche beeinflussen (stern.de)

Was machen Pandemie und Ukraine-Krieg mit den Deutschen? Eine neue Studie diagnostiziert „Melancovid“: Viele Menschen seien verzagt, mutlos und hätten einen großen Teil ihrer Lebensfreude verloren.

Die eine große Krise war noch nicht ausgestanden, da brach schon mit voller Wucht die zweite herein. Zwei Jahre lang ächzte Deutschland unter der Corona-Pandemie mit hohen Infektionszahlen, Lockdowns, Kontaktbeschränkungen sowie wirtschaftlichen und gesundheitlichen Unsicherheiten. Die Pandemie scheint im Bewusstsein der Öffentlichkeit und der Medien schon wieder in den Hintergrund gerückt zu sein, auch wenn sie noch nicht vorbei ist – weil mit dem Ukraine-Krieg gleich das nächste historische Ereignis die Welt auf den Kopf gestellt hat.
Was macht das mit uns, wie haben Corona-Zeit und Ukraine-Krieg die Deutschen verändert? Mit diesen Fragen haben sich Forschende des Kölner Rheingold-Instituts in einer Studie beschäftigt. Das Ergebnis: „Die Deutschen leiden an Melancovid“, sagt Stephan Grünewald, Gründer des Rheingold Instituts, und erklärt diesen Befund so: „Spontanität wird durch ständige Selbstkontrolle ersetzt, Schuldgefühle sind zum Alltagsbegleiter geworden.“

Corona-Pandemie: Die Unbeschwertheit ist verschwunden – und bleibt es auch vorerst

Das zeigt sich vor allem mit Blick auf die Einstellungen zu Corona. Obwohl die Politik immer mehr Lockerungen beschließt, sind nur etwas mehr als 20 Prozent dazu bereit, wieder Risiken wie vor Corona auf sich zu nehmen. Dagegen gaben zwei Drittel an, sie wollten weiterhin vorsichtig bleiben. 27 Prozent wollen sich zukünftig im Umgang mit anderen zurückhaltender als vor der Pandemie verhalten. Außerdem zeigte sich in der Studie eine weit verbreitete Angst vor einer gespaltenen Gesellschaft, vor allem in Bezug auf die Themen Masken und Impfen.
„Die Menschen vermissen die frühere Unbeschwertheit und Selbstverständlichkeit, mit denen man dem Leben und seinen Verlockungen oder Herausforderungen begegnete“, sagt Stephan Grünewald. Bei vielen Befragten stellten er und seine Mitarbeiter:innen eine gewisse Melancholie fest: Sie fühlten sich häufig verzagt und mutlos und beschäftigten sich vor allem mit sich selbst. „Paralysiert wie das Kaninchen vor der Schlange“ seien die Deutschen, stellt Grünewald auf Basis der Studienergebnisse fest.
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Stephan Grünewald


Der Psychologe Stephan Grünewald aus Köln ist Gründer des Markt- und Medienforschungsinstituts rheingold. Grünewald wurde u.a. mit den Büchern „Deutschland auf der Couch“ (2006) und „Die erschöpfte Gesellschaft“ (2013) sowie "Wie tickt Deutschland" (2019) Bestseller-Autor.

Tel.: +49 221-912 777-17
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